Warmlicht

Von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt

Wenn es eine einschneidende Neuerung im Zuge der technischen Entwicklung gibt, die dem Menschen nicht nur praktischen Nutzen gebracht hat, sondern ihn auch in seinem Empfinden nachhaltig beeinflusst hat, dann ist es die Erfindung des elektrischen Lichts. Man kann sich aus heutiger Sicht kaum noch in die Zeiten hineinversetzen, in denen es den Kerzen, dem offenen Feuer oder dem Gaslicht überlassen war, die Nächte zu erhellen. Spärlich waren diese Lichter, den Augen nicht immer günstig zugetan. Andererseits war alles, was in künstlicher Form eine nächtliche Beleuchtung schaffen konnte, höchst begehrt. Man denke nur an die Formen der Bühnenbeleuchtung im Theater in Zeiten, in denen dort Kerzenschein mittels kleiner Reflektoren verstärkt werden musste. Neben den Möglichkeiten der Ausleuchtung gab es darüber hinaus auch immer die Unmöglichkeit der Ausleuchtung. Vieles blieb dabei im Dunkel zurück. Das Geheimnis hatte noch sichtbare Chancen – oder besser: unsichtbare. Auch die Kirchen und die in ihnen gefeierten Liturgien waren noch in den Mantel natürlichen Lichtes gehüllt und konnten daher weitaus einfacher als heute den Charakter des Mysteriums schon rein äusserlich bewahren. […].

In unseren Tagen wird es mehr und mehr entscheidend, dass sich die Christen auf dieses Licht besinnen, das sie in der Taufe überreicht bekamen. Es soll durch Weitergeben dieses Welt heller machen, weil es schliesslich Christus ist, der dort leuchtet und nicht der Verstand des Menschen, seine guten Absichten oder sein emsiger Wille. Genau hier aber versagt die Kirche des alten Abendlandes mehr und mehr. Sie ist zu wenig sichtbar. Sie überlässt das Strahlen weitgehend Ideologen oder falschen Religionen…

Der vollständige Artikel findet sich im SKS.

2017-04-24T17:05:43+00:00