Populismus

Von P. Bernward Deneke

Wie die Rattenfänger ziehen sie umher. Doch nicht mit sanften Flötentönen, sondern mit lautstarken Parolen rufen sie die Leute herbei. Ihre einfach gestrickten, eingängigen Botschaften finden Anklang, ihre Anklagen gegen „die da oben“ wecken den Volkszorn. Viele begrüßen es, dass nach endloser Diskutiererei jetzt doch einmal etwas in Bewegung kommt. Wohin aber bewegt es sich? In den Untergang? Jedenfalls besteht Alarmstufe 3 für unsere Demokratie und die Werte der westlichen Welt…

So etwa sieht das Bild aus, das vom breiten Strom der Medien und von den Vertretern der etablierten Politik gezeichnet wird. Sie warnen vor den bösen, bösen Rechtspopulisten (von Linkspopulisten ist selten die Rede) und bemühen sich um Aufklärung. Die Leute dürfen der Demagogie dieser selbsternannten Volkstribune nicht auf den Leim zu gehen! Eine große, einflussreiche und am Ende systemumstürzende Massenbewegung muss verhindert werden, koste es, was es wolle!

Ob und inwieweit diese Einschätzungen und Appelle sachlich zutreffen oder nicht; ob sie ehrlicher Sorge um die öffentliche Ordnung und die Menschlichkeit entstammen oder doch nur Äußerungen einer auf Machterhalt bedachten, den Machtverlust fürchtenden politischen Kaste sind, das soll uns hier nicht beschäftigen. Wichtig ist es aber, sich mit einem Vorwurf auseinanderzusetzen, der immer häufiger zu hören ist. Er lautet: „Auch konservative Christen sind Populisten oder stehen dem Populismus zumindest bedenklich nahe.“

Man mag sich die Augen reiben, stellt dann aber fest, dass die Behauptung nicht ganz unbegründet im Raum steht. Klare und harte Positionen sind nun einmal typisch für Populisten. Huldigen aber nicht auch Christen einem Kodex unbedingter ethischer und religiöser Normen? Besonders Katholiken mit ihrer zur „absoluten Wahrheit“ erhobenen Dogmatik und ihren unveränderlichen moralischen Geboten neigten zur Intoleranz, heißt es. Ihre Weltsicht stehe frontal gegen die neuzeitliche Entwicklung, aus der die heutige Welt mit ihrer Vielfalt an Meinungen und Lebensentwürfen hervorgegangen ist. Da sei es kein Zufall, dass viele konservativ ausgerichtete Christen offen mit dem politischen Rechtspopulismus sympathisierten.

Die Frage, ob eine Verkündigung des katholischen Glaubens ohne Wenn und Aber populistisch ist, lässt sich am besten beantworten, wenn noch grundsätzlicher fragen: War Jesus Christus ein Populist? […]

Der vollständige Artikel findet sich im SKS.

2017-04-24T14:28:52+00:00