Welcher Weg ist der richtige?

Stanislaw lebte inmitten eines weiten einsamen Waldgebietes. Eines Tages verspürte er die Sehnsucht, aus der Trostlosigkeit seines Daseins heraus in die helle und leuchtende Geborgenheit der großen Stadt zu kommen, von der ihm erzählt worden war. Entschlossen, das ersehnte Ziel zu suchen, machte er sich auf den Weg.

Nach einigen Tagen mühsamen Umherwanderns in den dunklen Tiefen der Wälder kam er an eine Lichtung. Dort verzweigte sich der Weg in verschiedene Richtungen. Ratlos stand er da. Welcher Weg war der richtige? Welcher führte am sichersten in die große Stadt? Er sah einen alten Einsiedler. „Guten Tag, Brüderchen, du bist meine letzte Hoffnung“, sprach er ihn an. „Weißt du, auf welchem Weg ich am sichersten und kürzesten in die große Stadt komme?“

Der Mann deutete auf die erste Abzweigung: „Schau! Dieser Weg hier führt mitten in den Wald. Dann ist er zu Ende. Wenn du diesen anderen Weg nimmst, kommst du wieder dorthin zurück, woher du gekommen bist. Dieser Weg dort macht eine große Schleife und du gelangst wieder hierher, wo wir jetzt stehen.“ – „Und was ist mit diesem schönen breiten Weg dort, Bruder? Er ist bequem zu beschreiten.“ – „Sein Aussehen täuscht dich“, sagte der Einsiedler. „Schon nach einer halben Tagreise endet er in einem Sumpf. Du versinkst im Morast.“ – „So bleibt nur dieser Weg hier übrig“, sagte Stanislaw. „Aber sieh nur die Dornen, die hereinhängen. Außerdem ist er eng und steinig. Sicherlich gibt es da auch gefährliche Tiere und steile Schluchten.“

„So ist es“, nickte der Einsiedler. „Aber eben dieser ist der einzige Weg, der dich schließlich in die wunderbare Stadt führen wird. Mühe dich durch diese Dornen und Steine. Schon nach kurzer Zeit wirst du klug und stark damit umgehen. Bete zu Gott und vertraue dich Seiner weisen Führung an. Mache dich mit Mut und Vertrauen auf die Reise. Du wirst sehen…“

Herr Jesus Christus,

Du bist das ständige Ziel meines Lebensweges. Dich zu finden, ist die Sehnsucht meines Herzens. Zahlreich sind die Wege, die irreführen und von diesem Ziel ablenken. Oft möchte ich die Augen davor verschließen, dass Du mir einen ganz besonderen Weg anbietest, der mich am besten zum Ziel meiner Sehnsucht bringen wird. Dann stelle ich fest, dass es kein Weg der Bequemlichkeit und Sorglosigkeit ist, schon gar nicht der leichtfertigen Anpassung an den Trend dieser Welt. Du aber sagst: „Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich.“ Ja, das ist der Weg. So einfach, so schwer, aber auch so voll tiefen Glücks.

Amen

Der vollständige Artikel findet sich im SKS.

2017-04-24T14:29:37+00:00